Datenabgleich

Sanktionslistenscreening leicht gemacht.

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29.4.2015 (bz) – Wer will schon einen Terroristen einstellen, gegen Embargobestimmungen verstoßen und sich strafbar machen? Also schlägt der besonnene Unternehmer in "Terrorlisten" nach. Doch der Abgleich mit den eigenen Namenslisten ist ohne professionelles Know-how kaum zu leisten …

 

Der Terrorist im Heuhaufen.

Auf sogenannten Sanktionslisten der EG und der USA (auch als "Terrorlisten" bezeichnet) finden sich Namen von Personen oder Firmen, die im Verdacht stehen, den Terrorismus zu unterstützen, oder gegen die ein Wirtschaftsembargo verhängt wurde. Unternehmen, die mit solchen Personen oder Firmen Geschäfte treiben, können sich strafbar machen. Deshalb sollte sich jeder Unternehmer im Rahmen seines Compliancemanagements mit dem Thema Sanktionslisten auseinandersetzen.

Die Sanktionsliste der EG wird permanent aktualisiert und auf der Website der Europäischen Union veröffentlicht. Sie präsentiert sich allerdings im sperrigen XML-Quelltextformat: Sanktionslisten der Europäischen Union
  Quelle: Europäische Union AUSWÄRTIGER DIENST
Einzelne Namen kann man sicher über die Suchfunktion des Browsers finden. Ein wenig besser und übersichtlicher wird die Liste, wenn man sie ins Excel-Format überführt:
   Abbildung: TeMedia GmbH

Für Unternehmen mit einer überschaubaren Anzahl an Kontakten zu externen Dienstleistern und nur seltenen Einstellungen von Mitarbeitern oder Leiharbeitern mag das praktikabel sein. Größere Unternehmen kommen jedoch nicht daran vorbei, die eigenen Listen mit den EU- und USA-Sanktionslisten etwas methodischer abzugleichen. Dass es sich dabei um eine extrem anspruchsvolle und kniffelige Aufgabe handelt, soll hier nicht weiter ausgeführt werden, lässt sich aber zum Beispiel im Leitfaden der Logistik-Initiative Hamburg nachlesen ("Umgang mit 'Anti-Terror-Liste' in der Logistik", ab Seite 9.) Auch die im Zusammenhang mit dem Terrorlistenscreening entstehenden Rechtsprobleme sind in der Presse gut dokumentiert, z. B. im Handelsblatt oder jüngst in der WELT.

Wer das Suchalgorithmen-Know-how nicht besitzt, kann auch auf professionelle Abgleichsoftware und Dienstleister zurückgreifen. Einer davon ist die Rausoft GmbH mit ihrem Produkt ID.prove. Die Softwareschmiede aus Leonberg wurde erstmals 2004 von einer Schweizer Bank um Programmierhilfe für eine Software, die den Abgleich automatisiert leistet, gebeten (Sanktionslisten sind Folge des 9/11-Anschlages im Jahr 2001). Als das Unternehmen später dann für ein Landeskriminalamt "so eine Art Google für Ermittlungsfälle" programmiert hatte, entstand daraus die in jedes ERP-System (Enterprise-Resource-Planning, z. B. SAP) eines Unternehmens integrierbare Software ID.prove.

ID.prove erkennt und importiert Sanktionslisten, z. B. die eben vorgestellte EU-Liste, aber auch US-Listen. Den Zugriff erhält die Software über www.sanktionslisten.de, ein Dienstleister, dessen Plattform die Rausoft als Datenquelle nutzt. Darüber hinaus lassen sich auch Listen des Bundesanzeigers oder weitere Geldwäschelisten (sogenannte PEP-Listen - political exposed persons) von ID.prove verarbeiten. Somit sind sowohl die manuelle Einzelprüfung als einfachster Suchvorgang als auch der hochkomplexe vollautomatisierte Listenabgleich möglich.

Die manuelle Einzelprüfung ist zum Beispiel immer dann gefragt, wenn ein bislang unbekannter Einzellieferant an der Pforte steht oder sich ein neuer Mitarbeiter bewirbt - also in der unternehmenseigenen Datenbank überhaupt noch nicht erfasst worden ist: ID.prove erkennt und importiert Sanktionslisten
  Quelle: Rausoft GmbH
Besonders praktisch ist die Einzelprüfung über einen Webclient (browsergestützte Software ohne Installation), der an allen Standorten eines Unternehmens weltweit bereitsteht: Rausoft GmbH: ID.Prove, Einzelüberprüfung
  Quelle: Rausoft GmbH
Bei der automatisierten Prüfung, dem Abgleich eigener Listen mit Sanktionslisten, muss man dann nur noch auf den Button "Prüfen" klicken: Rausoft GmbH: ID.Prove, Abgleich mit Sanktionslisten
  Quelle: Rausoft GmbH
Treffer werden in Sekundenschnelle angezeigt – das Unternehmen kann entsprechende Maßnahmen einleiten: Rausoft GmbH: ID.Prove, TReffer in Sekundenschnelle
   Quelle: Rausoft GmbH

Auch eine Trefferklassifizierung ist möglich: Je nach gewählter Suchschärfe kann zum Beispiel "Heinz Müller", obwohl er als Treffer angezeigt wird, auf Grund seines Geburtsdatums ausgeschlossen werden. Die Software merkt sich das und berücksichtigt diesen einen Heinz Müller bei der nächsten Suche dann nicht mehr (d. h., er wird nur noch gegen die Änderungen der Sanktionslisten geprüft).

Trotz der ausgetüftelten Software- und Sucharithmetik kommt es - jedoch zum Glück nur sehr selten - zu Treffern, bei denen sich ein Unternehmen Sorgen machen müsste. Marcus Rau, Namensgeber und Geschäftsführer der Rausoft GmbH: "Die Aufregung ist im Trefferfalle natürlich groß. Wir helfen dann aber gern, so gut es geht, mit sachdienlichen Hinweisen weiter und nennen zum Beispiel kompetente Ansprechpartner."

 

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bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)