Nachbericht

Kleine, aber feine Messe mit Potenzial.

Bildquelle: Pressefoto Mesago

29.4.2015 (bz) – Es gibt die Essener Security. Es gibt Kongresse an Universitäten. Und es gibt Hausmessen einzelner Hersteller. Die Innosecure liegt irgendwo dazwischen – und zwischen Wuppertal und Essen. Sicherheits-Berater direkt hat sie sich angeschaut.

 

"Innosecure 2015" in Velbert. Was? Wo?

Für die, die die 80.000-Einwohner-Stadt Velbert nicht kennen: Sie liegt auf den Höhen des Bergischen Landes ungefähr zwischen Essen und Wuppertal. Für die, die wiederum die "Innosecure 2015" nicht kennen: Es handelt sich dabei nicht um eine der zahlreichen Hersteller-Hausmessen, die in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden zu schießen scheinen. Deshalb firmiert sie auch unter der Bezeichnung "Kongress mit Ausstellung für Innovationen in den Sicherheitstechnologien". Sie fand am 22. und 23. April 2015 im Velberter "Forum Niederberg Velbert" statt – so eine Art Kulturzentrum in Steinwurfweite einer schönen und langen Fußgängerzone.

 Eintritt frei für Innosecure-Teilnehmer: Deutsches Schloß- und Beschlägemuseum
Eintritt frei für Innosecure-Teilnehmer:
Deutsches Schloß- und Beschlägemuseum

Velbert und die Innosecure 2015 – wie passt das zusammen? Gut, denn  die Region Velbert (inklusive Heiligenhaus) steht, so positioniert sie sich jedenfalls, "für qualitativ hochwertige Sicherheitstechnik". Weltweit soll es kaum noch ein Schloss geben, "in dem nicht ein Stück Schlüsselregion steckt". So findet sich in Velbert auch das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum – allein das schon ein Grund, einmal nach Velbert zu fahren. Die Museumtür steht den Teilnehmern an der Innosecure übrigens kostenlos offen. Ebenfalls in Velbert ansässig sind das Institut für Sicherungssysteme (ISS) und der Campus Velbert/Heiligenhaus. Damit sind die Universität Wuppertal und die Hochschule Bochum in Velbert präsent. Der Standort für die Innosecure ist also gut gewählt - und auch die Beobachtung, dass die ISS wissenschaftlicher Partner und der Schlüsselregion e. V. Kongresspartner des Veranstalter mesago Messe Frankfurt Group sind.

 Pressefoto Mesago: Innosecure 2015
Bildquelle: Pressefoto Mesago

Sicherheits-Berater direkt war an beiden Tagen vor Ort und kann die Richtigkeit des Werbeversprechens von Veranstalterseite – "Treffen Sie Experten zum Dialog zwischen Wissenschaft, F&E und Anwendung!" – bestätigen. Insgesamt trafen sich nach Veranstalterangaben rund 150 Experten (2013 waren es 200) auf der Innosecure, um die technologischen Entwicklungen und die erfolgreiche Umsetzung von Innovationsansätzen in der Schließ- und Sicherungsbranche zu beleuchten. Zahlreiche Keynote- und Kongressvorträge, eine Podiumsdiskussion, zwei Workshops und eine sogenannte Postersession (Plakatwand mit Ausstellersegmenten) boten hierfür Raum. In der begleitenden Ausstellung präsentierten zehn Unternehmen ihre neuesten Entwicklungen.

 Pressefoto Mesago: Innosecure 2015
Bildquelle: Pressefoto Mesago

Nach Wahrnehmung von Sicherheits-Berater direkt waren die Experten leider am zweiten Veranstaltungstag überwiegend unter sich. So sah man teilweise (stets) hochqualifizierte Vorträge und Präsentationen, für die sich nicht einmal ein Dutzend Teilnehmer einfanden. An den Vorträgen dürfte es nicht gelegen haben. Diese fanden sogar zweizügig statt, sodass man als interessierter Besucher vor der Qual der Wahl stand. Sie standen unter den Oberbegriffen:

 

  • Neue Geschäftsmodelle
  • Intelligente Datenverarbeitung in den Sicherheitstechnologien
  • Technologien für die Zukunft
  • Workshop: Das sichere Haus. Prävention des Wohnungseinbruchsdiebstahls
  • Smarte Zutrittsmedien
  • Innovatives Identifikationsmanagement
  • Kryptographie und IT Sicherheit
  • Evakuierungsszenarien
  • Workshop: Safety- und securityrelevante Zielkonflikte in automobilen Sicherungssystem
  • Sicherheitsbewertung
  • Cloudtechnologien und Unternehmenssicherheit
  • Außerdem die Podiumsdiskussion "Digitale Zugangsberechtigungen – Wer hat die Schlüsselgewalt?"

Falls Sie Interesse an Namen der Referenten bzw. Ausstellern haben, teilen wir Ihnen diese gern mit.

 Pressefoto Mesago: Innosecure 2015
Bildquelle: Pressefoto Mesago

Ohne Haarspalterei betreiben zu wollen: Es war eigentlich noch nicht der lupenreine Kongress für "Innovationen in den Sicherheitstechnologien". Korrekter wiedergeben ließe sich der Inhalt vielleicht mit "Innovationen zur Integration in den komplexen Markt der Sicherheit". Viele Referenten aus Hochschulen und Universitäten präsentierten in Kurzform ihre wissenschaftlichen Entwicklungen – ohne dass sie bereits als marktfähige Sicherheitsprodukte angeboten werden könnten. Diese Forschungen nicht nur an den interessierten Errichter, sondern auch den "End-"Kunden zu bringen - oder zumindest Planer für die Entwicklung zu marktreifen Lösungen zu gewinnen - sollte ein Ziel für die weiteren Veranstaltungen sein.

Wenn es also nicht am Bahnstreik und Verkehrschaos dieses zweiten Veranstaltungstages gelegen hat, lässt sich die ausbaufähige Teilnehmerakzeptanz vielleicht über die Bepreisung erklären: 755 Euro für den Gesamtkongress, also zwei Tage inkl. Abendveranstaltung, wollen eben erst einmal aufgebracht werden. Daran ändert auch der kostenlose Parkplatz nichts. Vergleicht man dann mit dem Eintrittspreis für die deutlich größere Essener Security, der nur einen Bruchteil beträgt, mag das also ein Hinderungsgrund gewesen sein.

Dennoch ist es empfehlenswert, sich den Begriff Innosecure einmal einzuprägen. Spätestens Ende 2016 dürften Sie in Ankündigungen für die nächste Veranstaltung im Frühjahr 2017 wieder darüber stolpern. Und dann heißt es: Programmagenda unbedingt studieren!

 

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bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)