Sicherheitsplanung

Sauberkeit, Ordnung und die Sicherheit.

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3.9.2015 (bz) – Ohne Sauberkeit und Ordnung ist Sicherheit nur schwer denkbar. Sicherheits-Berater direkt nennt ein paar Beispiele, bei denen Unsauberkeit und Unordnung unmittelbar zu erheblichen Sicherheitsrisiken führen können.

 

Nichts für Messies und Anarchisten.                                          

Für Sicherheit zu sorgen ist eine Kunst – aber nur im übertragenen Sinne. Denn Sicherheit ist keine Kunst, sondern das Ergebnis konsequenter Planung. Ein gewisses Verständnis für Sauberkeit und Ordnung sollte dabei jeder Verantwortliche bei der Sicherheitsplanung mitbringen, wie die folgende Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit zeigt:

  • Staub gefährdet auf Dauer die Funktionstüchtigkeit von PCs, weil sich die Lüftungsschlitze zusetzen können. Eine  Kühlung der Prozessoren ist dann nicht mehr möglich. In Rechenzentren werden daher z. B. die Doppelböden mit staubbindenen Anstrichen versiegelt. In sogenannten „Reinräumen“, die der Fertigung von Halbleitern oder Lasern dienen, gehören Staubfreiheit und Sauberkeit sogar zur wichtigsten Produkteigenschaft. Wer in den genannten Bereichen völlig schmerzfrei mit dem Problem Staub umgeht, hat als Sicherheitsverantwortlicher schon verloren.
  • Ein besonderes Verhältnis zur Ordnung müssen  Brandschützer mitbringen – aus guten Grund: Sie müssen den Wunsch verspüren, alle Gegenstände, die nicht unbedingt nötig sind, als Müll zu entsorgen. Gute Brandschützer sehen daher jeden Gegenstand als „Brandlast“ – also als Brennmaterial – und können gleich den flächenbezogenen Heizwert von Gegenständen berechnen, der das Feuer im Brandfall zusätzlich anfacht.
  • Werkschutzverantwortliche ohne ein gewisses Verständnis für Ordnung und Sauberkeit werden es schwer haben zu erkennen, dass der „provisorisch“ gelagerte Sperrmüll vor dem Werkszaun auch von Einbrechern hervorragend als Kletterhilfe zu gebrauchen ist. Oder dass hier von Chemikalienresten oder Elektrogeräten eine ernsthafte Gefahr ausgeht, die von Vergiftungen bis hin zu Explosion führen kann.
  • In Gebäuden kann ein gespaltenes Verhältnis zur Ordnung schnell in einer Katastrophe enden. Man denke nur einmal an Kisten, die Fluchttüren versperren, oder an den sprichwörtlichen „F-90-Keil“, der ein automatischen Schließen der Brandschutztür verhindert. Auch unabhängig vom Brand- oder Evakuierungsfall können unmotiviert abgelegte Gegenstände zu Verletzungen führen, wenn sie zu Stolperfallen werden.
  • Zur Sauberkeit gehört übrigens auch die Hygiene: Wenn die Putzfrau bei der Reinigung der Toilette Krankheitserreger nicht aufwischt, sondern wischender Weise verteilt, kann ein Norovirus schnell einmal ein ganzes Bankgebäude leerfegen.
  • Selbst Techniker müssen sich um Ordnung und Sauberkeit – im Sinne von Hygiene - kümmern: Wer für die Wasseraufbereitungsanlage zuständig ist, muss sich jederzeit die nicht sichtbare Legionellengefahr vor Augen führen. Andernfalls gefährdet er nicht nur Kollegen, sondern läuft auch Gefahr, dass Legionellen aus der werkseigenen Kühlanlage über ganze Stadtteile geblasen werden.
  • Wenngleich Schmutz im Datenschutz nur im übertragenen Sinne vorkommt: Aber auch auf diesem Gebiet ist Ordnung unabdingbar. Sonst landen die Gehaltsunterlagen der gesamten Belegschaft irgendwann ungeschreddert im Papiermüll, um dann im Stadtpark wiedergefunden zu werden und an die Presse zu gelangen. Auch der Umgang mit Passwörtern setzt ein gewissen Mindestmaß an Ordnungsliebe voraus.

Zu guter Letzt geht es im Sicherheitsbereich auch um eine geistige Denkhaltung: Wenn sich auf dem Werksgelände eines Unternehmens kleine Müllhalden bilden, kann man davon ausgehen, dass dieses Unternehmen dringend einer professionellen Sicherheitsberatung bedarf.

 

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