Prävention

Sicherheit, Schutz und Sport.

© ADA - Fotolia.com

25.9.2015 (bz) – Wer will schon beim Boxen erschlagen, beim Fechten erstochen, beim Bogensport erschossen oder beim Motosport totgefahren werden? Zum Glück gibt es zahlreiche Präventionsmaßnahmen, um allerlei Gefahren beim Sporttreiben vorzubeugen.

 

Mit Spielregeln, Schulterpolstern und Polizeischutz. 

Sport ist Mord – wenn man´s falsch angeht. Um das zu verhindern, gibt es allerlei Sicherheitsregeln, -maßnahmen und -equipment. Sport und Sicherheit gehören thematisch so eng zusammen, dass wir uns fast wundern, nicht schon früher darüber geschrieben zu haben. 

Der Spiegel hat vor längerer Zeit recherchiert, dass es jährlich 1,46 Millionen Sportunfälle gibt (selbst beim Reitsport verunglücken 93.000 Menschen). Hätten Sie gewusst, welche Sportart die unangefochtene Unfallsportart Nummer 1 im Verein ist? Bedenken Sie dabei, dass es Kampfsportarten wie Judo oder höchst körperbetonte wie Hockey gibt! Richtig, es ist der Fußball – und zwar mit riesigem Abstand vor dem Handball an zweiter Stelle. Daraus zu schließen, dass Fußballspielen unsicherer sei als andere Sportarten, ist jedoch falsch. Denn bei den statistischen Angaben in den Gesundheitsberichten NRW (dort S. 6) handelt es sich um rein quantitative Aussagen – es spielen eben die meisten Menschen Fußball, sodass es dabei auch zu mehr Unfällen kommt. Das Todesunfallrisiko beim Fußball spielt übrigens praktisch keine Rolle. Hier führen Luftsportarten vor Radsport und Motorsport … (S. 14). 

Schutz des Sportlers

Bestimmte Vorsorgemaßnahmen gegen Sportverletzungen und Sportunfälle muss man zum Glück keinem Sportler ausführlich erklären - ohne sie ließen sich bestimmte Sportarten schon gar nicht ausführen. Wem beim Bogenschießen einmal die Sehne (des Bogens) an den ungeschützten Unterarm geknallt und die Fingerkuppe quasi abrasiert wurde, den muss man nie mehr an das Tragen von Armschutz und Fingertab erinnern. Eishockeyspieler werden ebenfalls niemals auf die Idee kommen, freiwillig auf nur eine einzige Komponente ihres Schutz-Sets zu verzichten, wenn sie Opfer eines Bodychecks geworden sind. Schwimmer kommen dagegen meist mit einer Schwimmbrille aus. Schachspieler mögen die berühmte Ausnahme von der Regel sein – sie müssen lediglich darauf achten, dass sie am Brett nicht einschlafen und vom Stuhl kippen. Im Allgemeinen gehört ein selbstverständliches Schutzequipment jedoch meist zum Sporttreiben dazu. Und oft genug müssen nicht nur die Körper der Sportler geschützt werden, sondern auch deren Sportgeräte (z. B. Mountainbikes, Autos in der Formel 1, Skier oder Pferde beim Dressurreiten). 

Die Liste der Utensilien, die unmittelbar dem Schutz des Sportler dienen, ist lang und reicht sozusagen vom Scheitel bis zur Sohle: Kopfschutz, Helm, Visier, Maske, Zahnschutz, Brillen, Brustschutz, Protektoren für alle möglichen Körperteile, Nierengurt, Tiefschutz, Knieschoner, Stutzen, Neoprenanzüge, Bergsteigerschuhe, u. v. m. 

Noch ganz neu, nämlich seit Mai, ist die Website der Stiftung Sicherheit im Sport. Sie will "Sporttreiben sicherer machen" und bezweckt, die Anzahl und Schwere von Unfällen, Verletzungen und Schäden im Sport zu reduzieren. Dort findet man unter anderem ein so überraschendes wie triviales Konzept, wie man Sportverletzungen vorbeugt – nämlich durch Sport. Dazu zählen beispielsweise neuromuskuläres Training, Koordinations- und Balancetraining, Stretching usw. Die Stiftung bietet dazu unter anderem die Broschüre "Basisübungen zur Prävention von Sportverletzungen" an. Auch informiert sie ausführlich über Brillen, die "schulsporttauglich" sind. 

Verlässt man das Umfeld der Einzelschicksale, führt die Recherche nach Sport und Sicherheit sehr schnell über die Sicherheitsverantwortung von Sportlehrern ("Die Tore sind gegen Kippen gesichert, weisen keine vorstehenden Netzhaken und keinen gesplitterten oder gebrochenen Torrahmen auf" – Checklisten zur Sicherheit im Sportunterricht) bis in hoheitliche Gebiete. Schließlich gibt es für den Schutz von Besuchern bei Sportsveranstaltungen den Nationalen Ausschuss für Sport und Sicherheit (NASS). Der wird u. a. immerhin von der Ständigen Konferenz der Innenminister und –senatoren der Länder getragen. Und die haben das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS) gegen Gewalt bei Fußballspielen verabschiedet. Somit trägt auch die Kriminalitätsabwehr zu mehr Sicherheit im Sport bei. 

Last, but not least sind die sportartbedingten Verhaltensregeln zu nennen, die unmittelbar für mehr Fairplay und Sicherheit sorgen sollen. Das reicht von der eher charmant anmutenden Forderung nach "Etikette" beim Golfsport ("Könnte trotz aller Vorsicht jemand durch Ihren Ball gefährdet sein, dann rufen Sie sofort mehrmals so laut wie möglich Fore (sprich "Foor")") über eindeutige "Schießfrei!"-/"Schießstopp"-Ansagen von Schiedsrichtern bis hin zu klaren Sanktionsandrohungen (z. B. "Rote Karte“ beim Fußball).

 

Kontakt zur Redaktion:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)