Kriminalität

Die heute wohl dümmste Straftat.

© Haramis Kalfar - Fotolia.com

25.9.2015 (bz) – Bankräuber dürften zu einer aussterbenden Spezies zählen. Denn die Gefahr erwischt zu werden, ist einfach zu hoch. Wer´s mit dem Bankraub dennoch versucht, muss schon ziemlich dämlich sein.

 

 

Bbbabababanküberfall.

Kürzlich zitierte die Illustrierte STERN Andrea Brunjes als die bei der Kriminalpolizei bundesweit Zuständige für Bankenschutz: "Es ist nicht nur ein dummes Delikt. Bankraub ist vor allem ein Delikt für Dumme.“

Es scheint, als lebten die wenigen aktiven Bankräuber komplett hinter dem Mond. Weder haben sie realisiert, dass bis zu vier Fünftel aller Überfalle aufgeklärt werden. Noch scheinen sie jemals mitbekommen zu haben, dass sich die Dämlichkeit des Deliktes mittlerweile schon in der Popmusik herumgesprochen hat – die Rappergruppe ASD (für: Afrob & Samy Deluxe) zitiert in ihrem musikalisch untermalten Wortbeitrag "Legendär/Populär" etwas unexakt aus der Dreigroschenoper: "Bankraub ist was für Dilettanten. Echte Profis gründen Banken." Und DIE WELT feierte schon das Jahr 2012 als historisch – in Hamburg habe es trotz hoher Bankendichte keinen einzigen Banküberfall mehr gegeben. 

So tragen Bankräuber heute kaum noch zu Nervenkitzel bei Aktenzeichen xy bei, sondern vornehmlich zur Unterhaltung: 

In dem neuen Buch "Dümmer als die Polizei erlaubt" widmet der Autor und Gerichtsreporter Justus Richter das erste Kapitel den Bankräubern. Er erzählt die Annektdote von George, Phil und Gordon, die eine schottische Bank überfallen und 5.000 Pfund verlangen. Daraufhin bricht nicht nur die angesprochene Serviceangestellte am Schalter in schallendes Gelächter aus, sondern auch ihr Kollege, der Rest der Belegschaft und die gesamte Kundschaft in der Schalterhalle. 

Schadenfreude über dilettantische Bankräuber macht sich auch im Netz breit: Auf ProSieben lief eine Galileo-Sendung (hier auf YouTube) mit dem Titel "Die dümmsten Bankräuber der Welt." Der erste dieser erfolglosen Kriminellen steht in der Mittagspause der Bank vor verschlossener Tür. Der zweite ist übernervös und reicht dem Kassierer statt der Tasche für das Geld seine Waffe. Der dritte vergisst seine Maske und überreicht seine Erpressungsforderung auf einem Briefumschlag, der seine eigene Absenderadresse erhält. Der vierte überfällt einen Kunden, der gerade 50.000 Euro abgehoben hat. Eine Passantin verfolgt ihn, woraufhin sich der Bankräuber mit einem Pfefferspray wehrt – gegen die Windrichtung. Der fünfte stürmt mit einer Geisel in eine vermeintlich noch vorhandene Bank – die aber schon lange komplett geschlossen wurde. Der sechste schließlich verwechselt bei seiner Flucht das Drücken mit dem Ziehen der Tür und glaubt, in einer Falle gelandet zu sein, weil sich die Tür vermeintlich nicht öffnen lässt. So verliert er wertvolle Zeit bis zum Eintreffen der Polizei. 

Wenn es stimmt, was der österreichische Rundfunk verbreitete, sind 98 Prozent der (gefassten) Bankräuber spielsüchtig. Somit sind sie nicht nur selbst für ihre Finanznot verantwortlich, sondern auch für den Hohn und Spott, der ihnen mittlerweile in den Medien widerfährt. Laut Wikipedia fallen übrigens auch Sprengungen von Geldautomaten unter den Begriff Bankraub. Und auch hierbei gibt es begnadete Spezialisten, die sich am Kontoauszugsdrucker vergehen … 
 

 

Kontakt zur Redaktion:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)