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Spleens und Sicherheitsdefizite.

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26.11.2015 (bz) – Auf der Internetplattform Spleen24 veröffentlichen Tausende von Besuchern ihre Spleens: Viele dokumentieren eindeutig subjektiv wahrgenommene Sicherheitsdefizite.

 

 

"Aus Angst, dass mich die Rolltreppe einsaugt."

Sie werden es schon vermutet haben: Sicherheits-Berater direkt ist nichts Menschliches fremd – schon gar nicht die Spleens der Zeitgenossen. Schließlich äußern sich in Spleens meist handfeste Ängste. Und die wiederum sind auch nichts anderes als Ausdruck von Sicherheitsdefiziten.

Die Internetplattform spleen24 sammelt alle möglichen (und unmöglichen) Spleens. Jedermann kann hier seine Macken veröffentlichen. Sicherheits-Berater direkt hat sie sich angesehen und solche mit Sicherheitsbezug herausgepickt. Da tun sich stellenweise richtige Abgründe auf – aber sehen Sie selbst:

"Immer wenn es in der Öffentlichkeit oder zuhause bei geöffnetem Fenster laut knallt, muss ich sofort überprüfen, ob ich eine Schusswunde erlitten habe. Als ich noch klein war hat mein Bruder mir erzählt, dass manche Kugeln so schnell eindringen, dass man den Schmerz erst empfindet, wenn man auch die Wunde sieht. Deswegen betaste ich nach einem Knall immer schnell und unauffällig meinen Körper und bin dann sehr erleichtert, wenn sich danach kein Blut an meinen Fingern befindet. Es hätte ja sein können, dass sich Kriminelle eine Schießerei liefern und ein Querschläger mich erwischt hat.”

Zum Spleen.

Erkennen Sie sich in diesem Spleen etwa wieder? Dann gelangen Sie per Klick zum Originalzitat auf spleen24. Dort sehen Sie, wieviele Menschen das gleiche Problem mit sich herumschleppen. Und per Klick auf den ICH AUCH!-Button können Sie sich dann als weiteren (anonymen) Betroffenen outen.

Vielleicht geht´s Ihnen ebenso: Manche Spleens sind eigentlich gar nicht so verrückt. Der folgende zum Beispiel ist doch sehr vernünftig! Er hätte auch als Sicherheitstipp im Sicherheits-Berater stehen können:

"Ich muß meine webcam zuhause immer ausgesteckt lassen,weil ich sonst das Gefühl habe beobachtet zu werden.”

Zum Spleen.

Sollten Sie Ihren eigenen Sicherheitsspleen (anonym) veröffentlichen wollen, können Sie das hier tun. Aber, zugegeben, schöner ist es doch, zu sehen, worunter andere so leiden. Hier nur eine ganz kleine Auswahl:

"Ich muss immer ausatmen, wenn jemand in meiner nähe hustet oder niest, damit ich die Viren nicht einatme.”

Zum Spleen.

 

"…wenn ich an der Supermarktkasse mit EC bezahle, habe ich ständig einen Riesen-Horror, dass die Karte wegen leeren Kontos schlapp macht. Ist in 25 Jahren des allein-lebens noch nie passiert, aber trotzdem… ”

Zum Spleen.

 

"Wenn ich auf einer Rolltreppe bin, muss ich, wenn ich am Ende angekommen bin, immer einen großen Schritt machen, aus Angst, dass mich das Teil einsaugen könnte.”

Zum Spleen.

 

"Wenn ich die Wohnung schon verlassen habe, muss ich oft wieder zurückgehen und nachschauen, ob der Herd aus ist. Ich schaue dann auf die Knöpfe und sage laut: " Alles auf Null Null Null….. ”"

Zum Spleen.

 

"Immer, wenn ich mit meinem Stuhl im Büro oder ähnlichem versehentlich einen Pupslaut erzeuge, versuche ich, es danach absichtlich noch ein Paar mal "quietschen/pupsen” zu lassen, damit meine Kollegen auch ganz sicher wissen, dass ich nicht gefurzt habe. Und wenn es aus dem Fenster nach gedüngten Feldern riecht und zwischendurch mal eine Geruchswolke ins Büro weht, sehe ich mich immer gezwungen zu betonen: "Mensch, immer dieses Feld-Gedünge, das riecht ja schlimm” - um sicher zu gehen, dass jeder weiß, das ich es nicht war." ”

Zum Spleen.

 

"Am Bahnsteig muss ich immer, bevor ein Zug einfährt, nach hinten schauen, ob nicht Jemand den bösartigen Drang hat, mich auf die Gleise zu schubsen.”

Zum Spleen.

 

"Immer, wenn ich Polizisten sehe, bekomme ich Angst, dass sie mich gleich festnehmen, obwohl ich überhaupt nichts angestellt habe. Und wenn ich z.B. höre, wie jemand erzählt, dass ihm was geklaut oder kaputt gemacht wurde, habe ich Angst, dass ich es war und es nur vergessen habe. Dann überlege ich mir schon mal Ausreden, falls man mich "erwischt” - obwohl ich es definitiv nicht war :D”

Zum Spleen.

 

"Wenn ich eine Brotschneidemaschine sehe, muss ich mir immer vorstellen, wie ich mir aus Versehen den Daumen beim Brot schneiden mit abschneide. Ist mir aber noch nie passiert!”

Zum Spleen.

 

"Ich checke während der Autofahrt regelmäßig, ob ich nicht doch die Handbremse angezogen habe.”

Zum Spleen.

 

"Ich kann nicht mitansehen, wenn ein Glas am Rand des Tisches steht. Ich muss es in die Mitte schieben, weil ich es immer schon fallen sehe. ”

Zum Spleen.

 

"Ich muss nach jedem Toilettengang den Deckel schließen. Es könnten sich sonst Ratten durch die Toilette in mein Badezimmer verirren”

Zum Spleen.

 

"Wenn ich im Schwimmbad bin und meine Bahnen ziehe werde ich bei Bullaugen, Abflüssen oder Lampen immer wesentlich schneller. Mich verfolgt von klein auf die panische Angst, dass sie plötzlich zerbrechen und ich einen elektrischen Schlag bekäme oder - schlimmer noch - ein/angesaugt werden könnte, weil das Wasser schlagartig durch diese neue Öffnung herausläuft.”

Zum Spleen.

 

"Vor mehr oder weniger riskanten Situationen, also wenn z.B. ein mir nahestehender Mensch sich bei Glatteis mit dem Auto auf den Weg macht, muss ich ihn vor allem, was passieren könnte, warnen, weil ich insgeheim glaube, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich was passiert, schrumpft. ”

Zum Spleen.

 

"Ich lasse geöffnete Wasserflaschen nicht unbeobachtet stehen (auch zu Hause) weil ich Angst habe, man könne mich vergiften. Aus diesem Grund wasche ich auch Gläser und Tassen vor Gebrauch noch einmal aus. ”

Zum Spleen.

 

"Ich achte peinlich genau darauf, dass mein Tank immer mindestens halb voll ist, weil ich solche Angst habe, stehenzubleiben.”

Zum Spleen.

 

"Wenn ich mit dem Auto über einen Gegenstand auf der Straße fahre, muss ich meinen Po anheben, da ich immer das Gefühl habe den Gegenstand zu berühren. Wenn es etwas Ekliges war muss ich mich danach sogar schütteln.”

Zum Spleen.

 

"Immer wenn ich den Kühlschrank schließe, habe ich Angst, dass das Licht darin nicht ausgegangen ist.”

Zum Spleen.

 

Fazit:

Falls Sie Hersteller von Sicherheitsprodukten sind, können Sie beruhigt in die Zukunft schauen. Wie die kleine tiefenpsychologische Datenbank von spleen24 zeigt, gibt es noch genügend Sicherheitsdefizite, die förmlich nach einer sicherheitstechnischen Lösung schreien. Ausnahme ist dieses Bedrohungsszenario hier, für das die Sportindustrie bereits zuverlässige Produkte (Suspensorien) anbietet:

"Ich halte im Dunkeln immer die Hand vor’s Geschlechtsteil, aus Angst ich könnte irgendwo gegen stoßen. Das mache ich auch wenn ich weiß dass gar nichts im Weg ist.”

Zum Spleen.

 

Kontakt zur Redaktion:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)