Prävention

Sommer, Sonne, Hautkrebs?

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31.7.2018 (bz) – Die UV-Werte sind zurzeit extrem hoch. Schlecht für unsere Haut, der Krebs droht. Dagegen hilft am besten: Sonnenflucht, Sonnencreme, Sonnenkleidung.

 

 

Sonnenflucht, Sonnencreme, Sonnendress!

Kürzlich flatterte der aktuelle "Hautkrebs-Index 2018" ins E-Mail-Postfach der Redaktion. Wer mag, kann sich jetzt mittels langer Rankinglisten detailliert informieren über die Hautkrebs-Inzidenz (=Vorkommenshäufigkeit) in der Welt. Deutschland nimmt dabei einen traurigen Spitzenreiterplatz 13 auf der Liste mit 62 Ländern ein. Glücklicherweise sind Früherkennung und medizinische Versorgung in Deutschland so gut, dass hier die Sterblichkeitsrate bei Hautkrebs dennoch bei weltweit vergleichsweise niedrigen 16 Prozent liegt.

An dem Zusammenhang zwischen zu viel Sonne und Hautkrebs dürfte heute niemand mehr zweifeln. Das Dermaportal derma.plus.de als Urheber des Hautkrebs-Indexes betont, Hautkrebs sei sogar die weltweit häufigste Krebsart. Und: "Die Inzidenz von Hautkrebs ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch angestiegen", sagt Prof. Dietrich Abeck, Experte für Hautkrebs bei derma.plus.

Wir haben einmal versucht, die drei wichtigsten Vorbeugemaßnahmen auf eine merkfähige Kurzformel zu bringen: Sonnenflucht, Sonnencreme, Sonnendress. Etwas ausführlicher:

1.   Sonne meiden

Besser noch als jeder Sonnenschutz ist es, die Sonne möglichst zu meiden. Was Freizeitaktivitäten angeht, kann das jedermann und jedefrau für sich so entscheiden. Dermatologen raten übrigens praktisch unisono und regelmäßig vom Besuch von Sonnenstudios ab.

In bestimmten Berufen, z. B. bei Dachdeckern oder Bauarbeitern, liegt die Entscheidung dagegen in der Hand des Arbeitgebers. In jedem Fall obliegt dem Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft bietet hierzu eine informative Broschüre an: "Sonnenschutz auf dem Bau – Infos und Tipps rund um das Thema Sonnenschutz".

Ein Tipp aus dieser Broschüre (sinngemäß):

Ist der Eigenschatten eines Arbeiters kürzer als dessen Körpergröße, ist die UV-Gefahr größer als bei einem Schatten, der länger ist als die Körpergröße.

In der Broschüre findet sich auch der Link auf eine Internetseite des Deutschen Wetterdienstes, www.uv-index.de. Dort können sich Arbeitgeber den UV-Gefahrenindex für zwei Tage im Voraus ansehen. Dieser gibt die gesundheitliche Gefährdung bei Arbeiten unter freiem Himmel in Deutschland an.

Die BG Bau betont übrigens den Vorrang technischer und organisatorischer Maßnahmen gegenüber personenbezogenen Schutzmaßnahmen.

 

2.   Sonnencreme auftragen

Sonnencreme ist sicher nicht jedermanns Sache. Für diejenigen, die die Sonne jedoch nicht meiden können und auch nicht sämtliche Körperteile vor Sonnenbestrahlung schützen können, ist Sonnencreme das Mittel der Wahl. Um nicht den Empfehlungen von Sonnencremeherstellern folgen zu müssen, sei hier auf Tipps der Stiftung Warentest verwiesen. Diese hat kürzlich 19 Sonnencremes und Sonnsprays mit Sonnenschutzfaktor 30, 50 oder 50+ getestet. Fazit: 17 von 19 Produkten schneiden insgesamt sehr gut oder gut ab – und zwar unabhängig vom Preis. Die Stiftung Warentest hält übrigens wenig vom Wahrheitsgehalt der von Herstellern ausgelobten Produkteigenschaft "wasserfest". Will sagen: Nach dem Bad sollte man sich erneut eincremen. Nachcremen verlängert die einmal erreichte Schutzzeit jedoch nicht, so die Tester.

Gute und seriöse Sonnenschutztipps, auch zur Frage nach der richtigen Eincrememethode, gibt das Bundesamt für Strahlenschutz.

 

3.   Sonnenschutztextilien tragen

Das Hohenstein Institute, ein akkreditiertes Prüflabor und Forschungsinstitut, empfiehlt das Tragen moderner UV-Schutztextilien mit einem hohen UV-Schutz. Hier sei ein UV-Schutzfaktor (UPF) von bis zu 80 möglich, der es auch hellhäutigen Menschen ermögliche, einen ganzen Tag in der Sonne verbringen zu können. Nicht ganz uneigennützig verweist das Institut auf das Anhängeetikett "UV STANDARD 801", das Kleidungsstücke als sonnentauglich ausweist.

Zu den Schutztextilien im weiteren Sinne gehören natürlich auch Hüte mit breiter Krempe oder spezielle Sonnenschutzkappen. Sie sorgen im Idealfall dafür, dass Gesicht und Nacken nicht mehr der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Die Gefahr eines Wärmestaus auf dem bedeckten Kopf muss allerdings bei großer Hitze stets im Auge behalten werden. Also besser öfter mal den Hut zum Gruße lupfen …

Schließlich und endlich zählt auch der Schutz der Augen durch Sonnenbrillen zum UV-Schutz mit dazu. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt hier die Kennzeichnung "UV400" und die Tönungsstufen "cat2" oder "cat3".

 

Kontakt zur Redaktion:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)