Unfälle

Ins Gehege gefallen.

Irina Schmidt - Fotolia.com

27.9.2018 (bz) – Zoos stellt man sich als Orte familiärer Harmonie vor. Es gibt jedoch jede Menge Presseberichte über lebensgefährliche und tödliche Unfälle im Zoo, denen Besucher wie Zoopersonal zum Opfer fielen.

 

Spektakuläre Zoounfälle.

Vom wilden Affen gebissen, von der Tarantel gestochen, vom Pferd getreten … die Möglichkeiten, als Mensch bei der Begegnung mit Tieren zu Schaden zu kommen, sind groß. Kommt es in Zoos, in denen die Tiere ja im Normalfall hinter Gittern, Glas oder Wassergräben gehalten werden, zu Unfällen, ist meist Leichtsinn mit im Spiel.

Um es vorwegzunehmen: Die Tiere können nichts dafür, wenn sie Menschen verletzen, die in ihr Gehege geraten, oder wenn sie sich sozusagen gegen Belästigungen wehren. Die (relativ radikale) Tierschutzorganisation kann Zoos überhaupt nichts, auch keine positiven erzieherischen Effekte, abgewinnen. Auf ihrer Seite zählt sie "Die 10 größten Irrtümer über Zoos" auf. Weder betreiben Zoos Artenschutz, noch vermitteln sie Wissen über Tiere, noch geht es den Tieren in Gefangenschaft gut – sagt peta.

Wer jedoch weiß, wieviel Freude Zoobesuche Kindern bereiten, sollte beim nächsten Mal vorsichtig sein in Anbetracht folgender Unglücksfälle. Beginnen wir mit diesem Beispiel, bei dem direkt noch gar kein Tier beteiligt war:

Im Frankfurter Zoo kam ein Zweijähriger im Wassergraben am Kamelgehege durch Ertrinken ums Leben. Die Hilflosigkeit, mit der hier Ursachenforschung betrieben wurde, kommt Sicherheits-Berater ziemlich bekannt vor. Zitate der Frankfurter Neue Presse über den Vorfall: "Wir können uns gar nicht erklären, wie das passieren konnte" oder "Das hat bisher immer wunderbar funktioniert".

Einem Bericht auf news.de unter Berufung auf die britische Daily Mail zufolge soll ein "handzahmer" Tiger seinen Tierpfleger zerfleischt haben. Der Tierpfleger soll den Tiger bereits als kleines Kätzchen gekannt haben. Der Vorfall ereignete sich in einem chinesischen Zoo.

2012 fiel ein zweijähriger Junge im amerikanischen Pittsburgh von einer Aussichtsplattform in ein Gehege Afrikanischer Wildhunde. Gleich ein ganzes Rudel soll sich auf ihn gestürzt haben. Die Schweizerische Blick zitiert einen Wildtierexperten: "Der Bub war innerhalb von Millisekunden tot. Diese Tiere sind so schnell, das kann man sich gar nicht vorstellen. Man kann sie mit Piranhas vergleichen."

Auf Youtube TopWelt hat jemand ein Video online gestellt, das einem den Atem stocken lässt: Ein Gorilla zieht einen kleinen Jungen, der in sein Gehege fiel, in rasendem Tempo am Arm durch einen Wassergraben. Das Tragische daran: Der Menschenaffe meinte es durchaus gut mit dem Menschenkind, wollte mit ihm spielen und es schützen. Er wurde jedoch aus Sicherheitsgründen erschossen, um den Jungen, der noch lebte, zu retten. Ein vergleichbarer Vorfall im Jahre 1988 endete dagegen glimpflicher: Ein Gorillaweibchen mit eigenem Wikipedia-Eintrag, Binti Jua, erregte weltweit Aufsehen, als es einen ins Gehege gestürzten Jungen vor den anderen Gorillas in Schutz nahm und ihn vorsichtig dem Zoopersonal vor die Füße legte.

Wer weitere Beispiele für Zoounfälle sucht, wird bei Peta fündig. Die kompromisslose Tierschutzorganisation dokumentiert solche Vorfälle akribisch, z. B. für jeden Monat des Jahres 2018 und der Jahre davor bis 2009. 

 

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