Warnung

Briefbomben zur Weihnachtszeit.

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29.11.2018 (cg) – Terroristen verschicken ihre explosive Post besonders gerne vor Weihnachten. Daher empfiehlt der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) e.V. allen Unternehmen, ihre Mitarbeiter für Bombenbriefe zu sensibilisieren.

 

Sprengstoff statt Lebkuchen

Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen sollten auf verdächtige Postsendungen achten, so der BVSW. Die Empfänger öffnen alltägliche Sendungen meist ohne besondere Aufmerksamkeit und durch den direkten Kontakt können schon kleine Mengen explosives Material enorme Schäden anrichten. Weitere Informationen zu dem Thema erteilt der BVSW auf seinen Webseiten.

Sprengstoffbriefe oder Paketbomben besitzen unverzichtbare Bestandteile, wodurch sie Auffälligkeiten aufweisen. Das Wissen um die Unterschiede zu normaler Post kann Ihnen helfen, rechtzeitig Verdacht zu schöpfen – und dann die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Der Sicherheits-Berater hat schon vor einigen Jahren folgende Indikatoren identifiziert.

Erkennungsmerkmale:

  1. Sprengstoffverdächtige Sendungen können sich wie ein Stück biegbarer Kunststoff oder Kitt anfühlen, an der Unterseite manchmal auch wie ein Bügel oder Röhrchen. Auf jeden Fall liegen in der Regel Verformungen oder unregelmäßige Konturen vor, wie sie bei Briefen in diesen Formaten (C4, C5 oder C6) unüblich sind.
  2. Aber auch ein sich sandig oder körnig anfühlender Inhalt ist verdächtig.
  3. Verdacht sollte aufkommen, wenn scheinbar unnötige Verschnürungen oder eine unübliche Verwendung von Klebeband als Verschluss dienen. Oft führen dann Fäden ins Innere der Sendung – beim Aufreißen wird die elektrische Zündung aktiviert.
  4. Bombenbriefe sind dicker als normale Briefe und zumeist schwerer als Sendungen ähnlicher Größe.
  5. Bei ausgehöhlten Büchern ist dieses Merkmal nicht so deutlich. Da aber die Batterie, der Zündmechanismus und der Sprengstoff unterschiedlich viel Platz mit unterschiedlichem Eigengewicht benötigen, liegt der Schwerpunkt bei solchen Päckchen meist außerhalb der Mitte.
  6. Mit Sprengpulver gefüllte Briefe fallen nicht selten durch ein zusätzliches Luftpolster auf, das erfühlt werden kann.
  7. Da Sprengstoffe – wenn auch selten – "schwitzen" können, sollten Sie bei allen Sendungen, auf denen sich Fettflecken befinden, vorsichtig sein.
  8. Erscheint nach dem Öffnen des ersten ein zweiter, innerer Umschlag, der dazu noch luftdicht verklebt oder stark verschnürt ist, ist ebenfalls große Vorsicht angeraten.
  9. Der Geruch von Marzipan oder Mandeln kann ebenfalls ein verdächtiges Anzeichen sein.
  10. Die Sendung ist fast immer adressiert mit "Persönlich", "Eigenhändig", "Vertraulich" oder "Nur vom Empfänger zu öffnen". Dies insbesondere, wenn die Firma des Adressaten die postalische Anschrift ist.
  11. In vielen Fällen fehlt ein Absender oder die Absender sind fiktiv.
  12. Auch wenn der Absender eines großen Unternehmens oder einer Behörde per Hand oder mit Schreibmaschine geschrieben oder nachträglich aufgeklebt wurde und nicht wie üblich aufgedruckt, eingestempelt oder im Freistempler enthalten ist, ist eine genauere Überprüfung der Sendung ein Muss.

Wenn es Hinweise auf eine gefährliche Sendung gibt, sollten Sie diese Verhaltensregeln beachten:

  1. Ruhe bewahren.
  2. Den Gegenstand nicht mehr berühren - also nicht schütteln, abtasten oder knicken.
  3. Setzen Sie die Sendung keiner Hitze aus.
  4. Fordern Sie alle Personen auf, den Gefährdungsbereich zu verlassen.
  5. Verständigen Sie die Polizei.

Seien Sie wachsam. Wir wünschen Ihnen natürlich, dass der Ernstfall nicht eintritt und Sie stattdessen zur Weihnachtszeit viele Sendungen mit erfreulichem Inhalt erhalten.

 

Kontakt zur Autorin:
cg@sicherheits-berater.de (Caroline Glaser)