Verifikation

Prophezeiungen auf dem Prüfstand.

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20.12.2018 (bz) – Auch für das Jahr 2018 hat es wieder zahlreiche Vorhersagen von Wahrsagern gegeben. Dass sie stimmen, konnte der Mathematiker Michael Kunkel erneut nicht nachweisen.

 

 

"Vollkommen wertlose Vorhersagen".

Auch im Jahr 2018 wurde Michael Kunkel wieder enttäuscht: Er würde nur zu gern einmal erleben, dass es seherische Fähigkeit gibt und dass sie sich nachweisen lassen. So äußerte sich der Mathematiker und Unternehmensberater für Versicherungsunternehmen einmal in einem Interview mit Sicherheits-Berater direkt ("Der Wahrsagerwiderleger"). Darin gibt er übrigens auch fünf nicht ganz ernst gemeinte Tipps, wie auch Sie sich mühelos als Wahrsager betätigen können.

Kunkel hat weltweit Vorhersagen für das Jahr 2018 gesammelt und die Fundstellen in einer Liste dokumentiert. Um das Ergebnis von Kunkels Analyse (Details und Erläuterungen zur Prognosenauswertung) vorwegzunehmen:

"Spektakuläre Prognosetreffer waren auch 2018 nicht zu erkennen."

Ob Wahrsager die Schwangerschaft von Prinzessinnen voraussagen, spielt für Sicherheits-Berater direkt keine Rolle. Durchaus interessant könnten jedoch Voraussagen von Umwelt- und Naturkatastrophen oder kriegerischen Auseinandersetzungen – wenn sie denn einträfen. Von solchen Vorhersagen findet sich eine ganze Reihe in Kunkels Prognosensammlung: Mit Verweis auf den guten alten Nostradamus, in dessen Vierzeiler schon alles Mögliche hineininterpretiert wurde, waren sogar Ankündigungen eines Dritten Weltkrieges mit dabei.

Eines wird deutlich, wenn man den von Kunkel angeführten Links folgt: Die Prognosen von Katastrophen sind überwiegend derart diffus, dass sie sich selbst bei bestem Willen nicht nachprüfen lassen. "Erdbeben in Asien, Wirbelstürme in der Karibik, Waldbrände in Kalifornien – das alles gibt es in jedem Jahr, aber ohne genauere Hinweise auf Zeit und Ort sind solche Voraussagen vollkommen wertlos", meint Kunkel und vergleicht das mit einer Verkehrsdurchsage im Radio à la "Morgen wird es im Sendegebiet einen Stau geben". Er hält die von ihm gesammelten Aussagen für "vollkommen wertlose Vorhersagen".

Es bleibt, bei allem, was die selbsternannten Auguren so weissagen, wie in jedem Jahr: Sie liegen viel zu oft so falsch wie eine gewisse Susy Schädler, die am 29. Dezember 2017 Deutschland den Gewinn der Fußball-WM versprach. Ihre Chancen lagen immerhin bei 1:32 und sie lag - treffsicher – daneben. 

 

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