Warnung

Kasalla auf die Ohren.

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28.2.2019 (bz) – Vor den Gefahren des närrischen Treibens wird auf breiter Front gewarnt – meist vor dem Alkoholmissbrauch. Die wenigsten Narren denken jedoch an ein anderes karnevaltypisches Sicherheitsrisiko: Impulslärm.

 

Knallschäden nicht ausgeschlossen.

"Kasalla" ist nicht nur eine im Karneval bestens bekannte Kölschrockband, sondern auch ein rheinischer Begriff für "Ärger" oder "Krawall". Davon gibt’s reichlich bei den Karnevalsumzügen im Rheinland (oder anderswo): Fanfaren, Trommeln, Schreckschusspistolen, Sektkorkengeknalle, wildfremde Menschen, die einem urplötzlich "Alaaaaf" ins Ohr brüllen … Eigentlich können unsere Ohren ganz gut auf solchen "Impulslärm", also sehr kurze, aber auch sehr laute Geräusche, verzichten. Den allergrößten Schalldruck dürften dabei die riesigen Böllerkanonen, die in vielen größeren Umzügen mitgeführt werden, erzeugen. Ein einziger Knall kann bereits einen Tinnitus und einen bleibenden Gehörschaden verursachen. Wie beeinträchtigend es sich anhört, wenn man einmal einen Hörschaden hat, lässt sich auf www.richtig-gut-hoeren.de erfahren. 

Zum Glück lassen sich Wagen mit Böllerkanonen oder Musikgruppen mit Paukenschlägern und Stakkatofanfaren einigermaßen früh erkennen. Dann hilft nur eines: Gehörschutz tragen. Oder, falls nicht vorhanden, die Ohren zuhalten, bis der Wagen wieder einen ausreichenden Abstand erreicht hat. Und vor allem: Kindern die Ohren zuhalten. Oder besser: eine Mickey Mouse mitführen und anziehen. Die passt übrigens auch prima zu einem Kostüm als Flight Line Marshaller (Boden-Lotse an Flughäfen). Diese Art des Gehörschutzes gibt es selbst am Karnevalssamstag noch kurzfristig in vielen Baumärkten – ab 3,80 Euro. Alternativ bieten sich Gerhörschutzstopfen aus Schaumstoff oder Ohrenstopfen aus Wachs an. Derartige Gehörschutzartikel gibt es für wenig Geld in jeder Apotheke.

Die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR rät dagegen – nicht ganz uneigennützig natürlich – zu individuell angepasstem Gehörschutz. Das sollte man sich für den Karneval 2020 schon einmal vormerken. Denn diese vom Hörgeräteakustiker angefertigten Gehörschutzprodukte bieten den großen Vorteil, dass sie erstens passgenau sitzen und zweitens nicht nur die Höhen abdämpfen, sondern das gesamte Frequenzspektrum. Die Böllerschüsse und andere Geräusche werden somit nur leiser – bleiben aber genauso schön …

Für Leser, die sich als Sicherheitsverantwortliche professionell mit dem Thema Gehörschutz beschäftigen wollen, folgt übrigens in einer der nächsten Ausgaben des Sicherheits-Berater eine Rezension zu diesem Buch:

Soviel vorweg: Das Buch (ISBN 978-3-503-18216-9) ist sehr ausführlich und "dürfte für jeden Arbeitsschützer, der Kollegen rechtlich und fachlich abgesichert mit einem adäquaten Gehörschutz versorgen will, ein Gewinn sein."

Zu guter Letzt noch ein paar Tipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Diese erklärt, wie Sie im Karneval einer Ansteckung durch Erkältungs- oder Grippeviren vorbeugen können. Wichtigste Empfehlung: regelmäßig und gründlich Hände waschen, insbesondere nach dem Toilettengang, vor dem Essen, nach dem Naseputzen und beim Nachhausekommen!

 

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß
und allzeit nur erfreuliche Nebenwirkungen in den närrischen Tagen!

 

Kontakt zum Redakteur:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)