Forschung

Krankheiten besiegen oder lindern.

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28.2.2019 (bz) – Wir waren auf den Webseiten angesehener Kliniken und Forschungseinrichtungen unterwegs auf der Suche nach Pressemitteilungen, die Kranken Hoffnung machen dürften.

 

 

Für mehr Gesundheit geforscht.

Forschungsergebnisse stellen Heilungschancen in Aussicht und geben vielen Kranken Hoffnung. Allerdings gilt dabei stets die Einschränkung, dass es Jahre dauern kann, bis ermunternde Ergebnisse der Forschung und Grundlagenforschung zur konkreten Therapien heranreifen. Nichtsdestotrotz sei nachfolgend eine kleine Auswahl an Forschungsergebnissen der letzten Wochen genannt:

 

Längere Überlebenschance bei Hirntumor

Die Universität Bonn vermeldet auf Basis einer Studie Fortschritte bei der Therapie aggressiver Hirntumore. Unter sogenannten Glioblastomen leidende Patienten überlebten mit einer neuen Therapie um die Hälfte länger als mit Standardardtherapie behandelte Patienten.

 

Fortschritt bei Stammzellentherapie

Ein Wissenschaftlerteam des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hat die Stammzellentherapie offenbar einen wichtigen Schritt weitergebracht. Stammzellen – eingesetzt z. B. als Ersatz für fehlende Organspenden -  wird eine "Immun-Tarnkappe" verpasst, sodass sie nach der Transplantation nicht abgestoßen werden.

 

Wirksamer gegen Leberkrebszellen

Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich hat erforscht, dass sich Leberkrebszellen mit Hilfe von Platin-Nanopartikeln zielgerichteter abtöten lassen als mit bestehenden Krebsmedikamenten. Der Weg zu einem Medikament ist allerdings noch weit.

 

Erste motorgesteuerte Herzklappe Europas

Eine symptomatische Verengung der Aortenklappe ist der am häufigsten vorkommende Herzklappenfehler bei älteren Patienten. 20.000-mal wurde 2018 eine kathetergestütze Aortenklappenersatztherapie angewendet. Nun wurden erstmals in Europa drei motorgesteuerte Herzklappen eingesetzt – eine sogar bei einem 91-Jährigen, dem so die Reise in die USA erspart blieb.

 

Blasenkrebs leichter von Blasenentzündung unterscheidbar

Da sich Blasenkrebs laut der Ruhr Universität Bochum (RUB) kaum von einer starken Blasenentzündung unterscheiden lässt, mussten sich Patienten bisher im Zweifelsfall einer Blasenentfernung unterziehen. Ein am Lehrstuhl für Biophysik der RUB neu entwickeltes Verfahren schafft nun auf Basis der Proteinforschung vorab Klarheit über den tatsächlichen Behandlungsbedarf.

 

Kunststoffkügelchen lassen Prostata schrumpfen

Zur lebenslangen Medikamenteneinnahme oder zur Operation bei gutartig vergrößerter Prostata soll es jetzt am Uni-Klinikum Erlangen eine minimalinvasive Alternative geben: die Prostata-Arterien-Embolisation. Dabei schneiden mikrofeine Plastikkügelchen die Blutversorgung der Prostata ab, die dadurch zu schrumpfen beginnt.

 

Schnellere Diagnose bei seltenen Erkrankungen

Das Universitätsklinikum Münster (UKM) bzw. dessen Centrum für seltene Erkrankungen beteiligt sich am Projekt "ZSE-DUO". Dieses verspricht, bei unklaren Diagnosen zu helfen. Patienten ab 12 Jahren, so heißt es in einer Pressemitteilung, könnten sich ab sofort melden mit Beschwerden, für die bisher kein Arzt eine Diagnose finden konnte und die noch nicht in einem Zentrum für seltene Erkrankungen vorstellig wurden.

 

Schmerzschrittmacher gegen Rückenschmerzen

Eine 52-jährige Patientin, die seit 2001 unter chronischen Bein- und Rückschmerzen litt, konnte zwei Tage nach dem Einsetzen eines "Schmerzschrittmachers" das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) schmerzfrei verlassen. Laut UKD stimuliert das Gerät bestimmte Bereiche des Rückenmarks mittels einer oder mehrerer eingebrachter Elektroden durch geringe elektrische Ströme, deren Signalstärke sich individuell an die Bedürfnisse der Patienten anpasst.

 

Bessere Strahlentherapie für Krebserkrankte

Die Charité Universitätsmedizin Berlin hat einen sogenannten Linearbeschleuniger der neuesten Generation angeschafft für die Bestrahlung von Tumoren (z. B. der Prostata, Brust oder Lunge). Er soll weniger Nebenwirkungen haben und das gesunde Gewebe in der Umgebung des Tumors noch besser schonen.

 

Zu guter Letzt noch eine Sicherheitsmeldung, die weniger mit Forschung als mit (sinnvoller) Regulierung zu tun hat:

Ab sofort Sicherheitsmerkmale für Humanarzneimittel

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte informiert ausführlich über die Anforderungen aus der Fälschungsschutzrichtlinie. Diese Richtlinie 2011/62/EU) sieht vor, Humanarzneimittel mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen und einer Vorrichtung zum Erkennen einer Manipulation zu versehen. Die Richtlinie gilt in Apotheken seit 9. Februar 2019. Ältere Arzneimittel ohne Sicherheitsmerkmale dürfen noch bis zum Ablauf des Verfalldatums verkauft werden.

Hinweis: Sicherheits-Berater direkt kann keine Fragen zu den aufgeführten Forschungsergebnissen beantworten.
 

 

Kontakt zur Redaktion:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)