Gesundheit

Kostenlos vorsorgen.

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26.6.2019 – Erschreckend wenige Menschen nutzen die Möglichkeit der kostenlosen Früherkennung. Bei vielen liegt es einfach an der Unkenntnis der Angebote. Wir klären auf.

 

 

Früherkennung für ein längeres Leben.

Von den gesetzlichen Krankenkassen stammt folgende ernüchternde Information:

"Nur knapp 50 Prozent aller Frauen (ab 20 Jahre) gehen regelmäßig zur Krebsfrüherkennung, bei den anspruchsberechtigten Männern (ab 45) sind es noch nicht einmal 20 Prozent. Die Möglichkeit zur Gesundheitsuntersuchung, einem "Check-up" alle zwei Jahre ab dem 35. Lebensjahr, nutzen sogar nur 17 Prozent aller Frauen und Männer."

Weit verbreitet scheint die Annahme zu sein, dass man nur im konkreten Bedarfsfall – wenn man also krank ist zum Arzt geht. 67,5 Prozent der vom PatientenMagazin HausArzt befragten Patienten sagten das. Die mangelhafte Beteiligung liegt aber auch an der Unkenntnis der zahlreichen Vorsorgeangebote. Ganze 42,1 Prozent der Patienten in der gleichen Umfrage äußerten sich jedenfalls dahingehend.

Prinzipiell bieten die gesetzlichen Krankenkassen folgende Typen von Vorsorgeuntersuchungen:

  • Früherkennung von Krebs
  • Gesundheits-Check-up
  • Zahnvorsorge-Untersuchungen
  • Schutzimpfungen
  • Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen
  • Chlamydien-Screening
  • Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen
  • Kinder- und Jugenduntersuchungen

Darüber hinaus bieten einzelne gesetzliche Krankenkassen Bonusprogramme an, die der Vorsorge dienen. Dazu zählen z. B. Geldprämien bei Teilnahme an Sportkursen, Ernährungsberatungen oder auch Zuschüsse für die Anschaffung von Fitnesstrackern.

Das gesamte Angebot an Vorsorgeuntersuchungen ist so groß, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Wir haben deshalb versucht, die einzelnen Angebote übersichtlich in einer Tabelle darzustellen – bis wir auf der Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (www.kbv.de) auf eine solche Tabelle stießen, die genau unseren Ansprüchen an Übersichtlichkeit entsprach (bitte klicken Sie auf den Bildausschnitt):

Quelle: www.kbv.de
Mit freundlicher Genehmigung der KBV

Wer Tabellen nicht so gern liest, der kann sich alternativ z. B. auch auf www.verbraucherzentrale.de  schlau machen.

Wie gesagt: Diese Vorsorgeangebote der gesetzlichen Krankenkassen sind kostenlos. Den Nutzen der Vorsorgeuntersuchungen beschreibt das Bundesgesundheitsministerium relativ nüchtern:

"Die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten sind oftmals besser, wenn eine Krankheit zu einem frühen Zeitpunkt erkannt wird."

Diese Aussage sollten vor allem diejenigen 11,9 Prozent akzeptieren, die bei der oben zitierten Umfrage des PatientenMagazin angaben:

"Ich habe Angst, es könnte eine ernsthafte Krankheit festgestellt werden."

So skurril es auch klingt: Gerade, wenn eine ernsthafte Krankheit festgestellt wird, handelt es sich letztendlich um einen Glücksfall. Denn nur dann ist eine Therapie überhaupt möglich. Untätigkeit könnte dagegen relativ schnell zum Tode führen.

Auch die Deutsche Familienversicherung hat gute Argumente pro Vorsorgeuntersuchung. Denn, erstens, die Früherkennungkann Leben retten. Und zweitens:

"Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die sich schleichend im Körper einnisten und von Betroffenen oftmals erst erkannt werden, wenn es bereits zu spät ist. Zu diesen gehört beispielsweise Diabetes, die koronare Herzerkrankung als auch Bluthochdruck. Leiden dieser Art verlaufen vor allem in der Frühphase ohne Beschwerden und sind daher besonders gefährlich."

Alle Untersuchungen sind übrigens schmerzfrei. Und wenn nicht, werden sie schmerzfrei gemacht – durch Betäubung oder Narkose. Aber ja, einige wenige Untersuchungen wünscht man sich nicht wirklich. Es gibt sicher Schöneres als eine Prostata-Vorsorgeuntersuchung – als "große Hafenrundfahrt" benannt immerhin stets für einen Altherrenwitz gut. Aber ein nicht erkannter Prostatakrebs dürfte tausendfach unangenehmer sein. Vergleichbares ist für Darmspiegelungen oder gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen anzunehmen.

Sie sind bereits von der Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchung überzeugt und möchten das auch fremdsprachige Personen in Ihrer Nachbarschaft wissen lassen? Dann können Sie sich kostenlos den "Wegweiser durch das deutsche Gesundheitswesen"  bestellen oder als PDF herunterladen. Dabei stehen 14 verschiedene Sprachen zur Auswahl – von Arabisch über Englisch oder Kurdisch bis Türkisch. Darin finden Sie auch wertvolle Hinweise zu den Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland.

 

Kontakt zum Redakteur:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)