Warnung

Tückische Radongefahr.

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29.8.2019 (bz) – Hätten Sie die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs – nach dem Rauchen – gekannt? Das Bundesamt für Strahlenschutz sagt: Es ist Radon. Und das kann auch in Ihr Haus gelangen.

 

 

Unstrittige Ursache von Lungenkrebs.

Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Radon ist ein unsichtbares, nicht riech- oder schmeckbares radioaktives Edelgas. Dass Radon Lungenkrebs verursachen kann, gilt heute als unstrittig. Rund fünf Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs in der deutschen Bevölkerung sollen Radon zugeschrieben werden können.

Radon befindet sich – überall auf der Welt - in Böden und Gesteinen. Durch Poren, Spalten und Risse kann es auch in Gebäude gelangen. Für alle, die sich über die Gefahr und mögliche Gegenmaßnahmen informieren wollen, hat das BfS eine 60-seitiges Radon-Handbuch
Deutschland
 online publiziert. Darin werden sehr ausführlich zahlreiche Vorsorge- und Schutzmaßnahmen erläutert. Dazu gehören z. B.:

  • Maßnahmen zur Erfassung der Ausgangslage
  • konzeptionelle Maßnahmen (Neubauplanung oder Sanierung)
  • bautechnische Maßnahmen (Abdichtung gegen Radonzufuhr)
  • oder lüftungstechnische Maßnahmen (Abführen belasteter Luft, Schornsteineffekt-Vermeidung)

Diese lassen sich jedoch nur von Bauherren bzw. Eigentümern selbst realisieren.

Der wohl vernünftigste – wenn auch nur provisorische - und sofort wirkende Schutz von Mietern dürfte das regelmäßige Durchlüften der Wohnung sein. Deshalb lautet der wichtigste Satz im Radon-Handbuch, S. 14:

"Durch Lüften mit weit geöffneten Fenstern entweicht der größte Teil des Radons in die Außenluft."

Im Prinzip wäre auch ein Wohnungswechsel denkbar – es gibt Gebiete in Deutschland mit extrem geringem bzw. extrem hohem Radonanteil in der Bodenluft (Karte z. B. auf S. 10 im Handbuch). Allerdings sind auch Ausreißer denkbar, d. h., ausgerechnet Ihr Haus im wenig belasteten Bremen ist dennoch betroffen. Klarheit schafft hier nur eine Messung (Hinweise auf www.bfs.de).

Bei den Warnungen des BfS handelt es sich übrigens keineswegs um die möglicherweise als typisch deutsch wahrgenommene Panikmache in Sicherheitsfragen. Die International Atomic Energy Agency (IAEA) warnt ebenfalls aktiv vor den Gesundheitsgefahren des Radongases. Sie setzt sich nicht nur für die Schaffung nationaler Radon Programme ein, sondern richtet sich aktiv auch an betroffene Bürger, z. B. via Twitter ("Protect Your Health at Home"). Im US-Bundesstaat Nevada können Bürger im Rahmen eines "Nevada Radon Education Program" schon ab 10 US-Dollar ein Radon-Test-Kit bestellen.

 

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bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)