Analyse

Sicherheitsthemen im Deutschen Bundestag.

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26.9.2019 (bz) – Welche Sicherheitsthemen werden eigentlich im Deutschen Bundestag besprochen? Sicherheits-Berater direkt weiß es - mit Hilfe des Suchwortfinders von ZEIT ONLINE.
 

 

66.000 Mal "Sicherheit" in 70 Jahren.

ZEIT ONLINE hat nach eigenen Angaben die vollständigen Protokolle aller Plenarsitzungen des Deutschen Bundestages gesammelt. Wir erinnern uns: Der Bundestag tagt seit 70 Jahren. Die in diesem Zeitraum angefallenen mehr als 200 Millionen Wörter stellt ZEIT ONLINE jedem Besucher als Quelle zur Verfügung – und bietet zugleich die Möglichkeit, die Anzahl der Erwähnungen auf einer Zeitachse sichtbar zu machen. Ein herrliches Instrument, um sich über die seit 1949 diskutierten Themen zu informieren!

Sicherheits-Berater direkt hat sich natürlich spontan für Begriffe der Sicherheitsbranche interessiert. Hier ein paar ausgesuchte Ergebnisse*:

66.428 Mal fiel das Wort "Sicherheit" im Deutschen Bundestag:

Interessant ist übrigens der Peak (Ausschlag) der Kurve im Jahr 1972. Und, nein, es lag sicher nicht an der Gründung der von zur Mühlen’sche Sicherheitsberatung – eher wohl an der Geiselnahme der israelischen Athleten während der olympischen Sommerspiele in München.

Das Wort "Sicherheitsplanung" soll es dagegen in 70 Jahren nur elf Mal gegeben haben:

Die Entwicklung des Begriffes "Risiken" (11.841 Nennungen) zeigt, dass dieser offenbar seinen Zenit bereits überschritten hat ("Risiko" ist ähnlich):

Englisch wird im Deutschen Bundestag selten gesprochen. Das Wort "Security" ("Safety": 51 Mal) fiel insgesamt nur 183 Mal – überwiegend im neuen Jahrtausend:

 

Die "DSGVO" machte seit 2016 eine steile Karriere im Deutschen Bundestag – wenn auch nur 50 Mal:

Vermutlich sprachen die Abgeordneten die Abkürzung lieber aus – als "Datenschutz-Grundverordnung" (281 Mal):

Das Wort "Datenschutz" wiederum war ganze 4.629 Mal im Bundestag zu hören:

Vor dem Jahr 1970 scheint es interessanter Weise überhaupt keinen Datenschutz in Deutschland gegeben zu haben – jedenfalls nicht als diskutables Problem.

Auch die "Cybersicherheit" ist ein Kind ihrer Zeit – wenn auch mit 70-maligem Vorkommen noch ausbaufähig:

Das Wort "Krise" scheint im Bundestag überwiegend im Zusammenhang mit Finanzkrise gefallen zu sein – nämlich 14.053 Mal. Die Gesellschaft für deutsche Sprache wählte das Wort Finanzkrise 2008 zum Wort des Jahres. Im Bundestag erlebte es jedoch erst 2009 seinen Höhepunkt:

Staatlicherseits scheint das Wort "Videoüberwachung" noch nicht allzu oft - 203 Mal als Begriff - gefallen zu sein. Aber die Tendenz ist klar erkennbar:

Das Wort "Sicherheitsberatung" konnten wir übrigens kein einziges Mal feststellen. Wohl dagegen "Sicherheitsberater" – nämlich 53 Mal. Damit dürften jedoch Nationale Sicherheitsberater in der Zeit rund um den Mauerfall gemeint gewesen sein:

Seit 2008 macht auch die "Sicherheitsbranche" ganz zaghaft, nämlich neun Mal, als Begriff von sich reden:

Selbstverständlich können auch Sie das Angebot von ZEIT ONLINE gern nutzen. Und vielleicht ist es aus Ihrer Sicht sinnvoll, verschiedene Begriffe gegenüberzustellen und in einer Grafik darzustellen:

Die Häufigkeitsangabe wird übrigens nur angezeigt, wenn Sie gerade das Suchwort eingeben.

Sie müssen nicht unbedingt seriöse Anfragen stellen. Vielleicht interessiert es Sie ja, dass unsere Abgeordneten 6.634 Mal das Wort "Quatsch" gebraucht haben …

 

* Abdruck aller Grafiken mit freundlicher Genehmigung von ZEIT ONLINE

 

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bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)