Gesundheit

In Lebensmitteln und vielen Produkten.

© fotomowo - stock.adobe.com

18.12.19 (bz) – Aluminium kennt jeder. Aber nicht jeder weiß, dass und warum zu viel davon in unsere Körper gelangt. Das kann gesundheitliche Folgen haben. Eine Aufklärung auf Basis von Veröffentlichungen des BfR.

 

 

Wie Sie sich Aluminium vom Leibe halten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR, hat kürzlich eine Studie zur Belastung der Bevölkerung mit Aluminium veröffentlicht. Zwar sei, so heißt es im Fazit dieser Studie, kein gesundheitliches Risiko allein durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln zu befürchten. Der nächste Absatz beginnt jedoch mit einer wichtigen Einschränkung: Zusätzliche Expositionsquellen, sogenannte FCM (food contact materials) und Kosmetika könnten jedoch bei einer sehr großen Anzahl von Verbrauchern aller Altersgruppen zu einer erhöhten Ansammlung von Aluminium im Körper führen. Das BfR verweist in diesem Zusammenhang auf die Schwere möglicher Nebenwirkungen. Diese betreffen nicht nur uns Erwachsene, sondern auch die geistige und motorische Entwicklung unserer Nachkommen.

Neben der in englischer Sprache verfassten Studie bietet das BfR einen umfangreichen Fragen-und-Antworten-Katalog zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten an. Sicherheits-Berater direkt empfiehlt seinen Leserinnen und Lesern die Lektüre dieser BfR-Informationen. Für den schnellen Überblick haben wir ausgewählte Hinweise des BfR in Anleitungen übersetzt:

  • Wenn Sie die Aluminiumaufnahme vermeiden können, dann tun Sie das (Ausnahme: Bei aluminiumhaltigen Impfstoffen überwiegt der gesundheitliche Nutzen.)
  • Achten Sie auf den Gehalt von Aluminium in Ihren Lebensmitteln und in Ihrem Trinkwasser.
  • Meiden Sie aluminiumhaltige Verbraucherprodukte, z. B.:

    • Geschirr
    • Lebensmittelverpackungen
    • kosmetische Mittel wie aluminiumhaltige Antitranspirantien, Lippenstifte und Sonnencreme
    • Arzneimittel

  • Vor allem junge Frauen sollten sehr vorsichtig sein bei der Verwendung von Kosmetikprodukten, da über letztere hohe Mengen an Aluminium aufgenommen werden können. Mit Rücksicht auf Schwangerschaften bzw. ungeborene Kinder sollte Frauen daher jede Aluminiumaufnahme kritisch abwägen. (Das BfR weicht in einer aktuellen Mitteilung vom 13. Dezember 2019 von der am 9. Dezember vertretenen Auffassung einer EU-Kommission ab, aluminiumhaltige kosmetische Antitranspirantien stellten kein gesundheitliches Risiko dar. Es bleibt vorläufig bei seiner kritischen Einschätzung. Einzelheiten hier.)
  • Bringen Sie aluminiumhaltige Antitranspirantien nicht auf die (durch Rasur oder Sonnenbrand) geschädigte Haut auf.
  • Merken Sie sich folgende Lebensmittelgruppen mit den höchsten Einzelbeiträgen an Aluminium:

    • Instant-Tee-Getränke
    • gemischte Rohkostsalate
    • Teegetränke
    • Kakao- und Schokoladenerzeugnisse
    • Mehrkornbrot bzw. -brötchen

  • Bewahren Sie säure- oder salzhaltige Lebensmittel nicht in Aluminiumfolien auf. Das Erhitzen von Lebensmitteln auf Aluschalen sieht das BfR sehr kritisch. Wenn Sie, z. B. beim Grillen, nicht darauf verzichten wollen, salzen und würzen Sie erst am Ende des Grillvorgangs.
  • Wenn Sie Laugengebäck lieben, lesen Sie sich am besten die Hinweise des BfR dazu noch einmal durch. Das BfR sieht Laugengebäck als potenzielle Expositionsquelle.
  • Espressokocher aus Aluminium sollten sie nicht in der Spülmaschine reinigen. Prinzipiell gibt das BfR jedoch Entwarnung für deren Verwendung. So entstünde bei der ersten Benutzung dieser Espressokocher eine Schutzschicht, die mögliche Übergänge von Aluminium verhindere.

 

Kontakt zum Redakteur:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)