Recherche

Aktien der Sicherheitsbranche.

© eyetronic - stock.adobe.com

26.2.2020 (bz) – Warum nicht mal in Sicherheitsunternehmen investieren? Gar nicht so einfach, denn die Unternehmen der Sicherheitswirtschaft geben nur sehr vereinzelt börsennotierte Aktien aus.

 

 

Kaum Bullen oder Bären.

Vielleicht haben Sie, wenn die Sprache auf die Geldanlage mit Aktien kommt, diesen Tipp schon einmal gehört:

"Nimm vor allem Aktien solcher Unternehmen, von denen Du etwas verstehst und denen Du etwas zutraust, in Dein Portfolio."

In unserem Fall wären dies Aktien von aus der Sicherheitsbranche stammenden Unternehmen. Gute Idee, aber leichter gesagt als getan: Eine erste Suche in einschlägigen Verzeichnissen der Sicherheitsbranche (z. B. www.sicherheitsdienst.de) sowie im Ausstellerverzeichnis der Security Essen liefert zwar Firmennamen mit dem Zusatz AG. Die meisten Sicherheitsfirmen oder Hersteller von Sicherheitsprodukten in Deutschland sind jedoch keine Aktiengesellschaften. Und wenn doch, dann kann man deren Aktien gar nicht erwerben. Denn die Firmierung als Aktiengesellschaft bedeutet nicht zwingend, dass die Gesellschaft ihre Aktien auch an der Börse handelt:

Ob eine AG börsennotiert ist, lässt sich auf Börsenplattformen wie www.boerse.de, www.onvista.de, www.trendlink.com oder www.superinvestors.international recht einfach überprüfen. Beispiele für Aktiengesellschaften mit Sicherheitsaffinität ohne Börsengang:

Bite AG (www.bite.de), Witt & Sohn AG (www.wittfan.de), LEGIC Identsystems AG (www.legic.com), NoxSystems AG (https://noxsystems.com), G DATA CyberDefense AG (www.gdata.de), WIBU-SYSTEMS AG (www.wibu.com), Hartmann Tresore AG (www.hartmann-tresore.de), Urban Alps AG (www.urbanalps.com), TESCON Sicherheitssysteme AG (www.tescon-security.de), TÜV Süd AG (www.tuvsud.com) und einige andere mehr. Diese Unternehmen sind also "nicht investierbar". Vielleicht sollte man sie für den Fall der Fälle dennoch einmal im Auge behalten.

Am Ende bleibt eine sehr überschaubare Liste an Aktiengesellschaften übrig, die durch Ausklammerung von Großkonzernen noch kleiner wird. Zwar besitzen Konzerne wie Bayer AG, Siemens AG (u. a. Sicherheits- und Gebäudetechnik) oder Telekom AG (u. a. IT-Sicherheit) spezialisierte Sparten, die Sicherheitsprodukte anbieten. Aber die Charakteristik der Aktie ist durch die extreme Diversifizierung der Produkte und Dienstleistungen solcher großen Player für den Aktienkaufeinsteiger kaum noch als typisch sicherheitsaffin erkennbar, sieht man einmal ab von Konzernsparten, die wiederum selbst Aktien verkaufen, z. B. Siemens Healthineers. Ein Unternehmen wie die DEUTZ AG wird man sicher nicht als lupenreines Sicherheitsunternehmen sehen wollen – auch wenn es u. a. Notstromaggregate herstellt.

Kurzum, wie lauten die Treffer? Welche Unternehmen könnte man denn nun einmal ins Auge fassen? Nicht viele, aber z. B. diese:

 

Assa-Abloy-Webseite für Investoren:
"In, for example, the rapidly growing electromechanical security sector, which stands for more than half of sales, the Group has a leading position in fields such as access control, identification technology, automatic doors and hotel security."
Chart mit freundlicher Genehmigung von deutsche-boerse.com
 

Aus dem Geschäftsbericht 2018:
"Funkwerk ist ein technologisch führender Anbieter von innovativen Kommunikations-, Informations- und Sicherheits- Systemen"

Chart mit freundlicher Genehmigung von deutsche-boerse.com  

Mobotix-Webseite für Investoren:
"MOBOTIX ist ein führender Hersteller von intelligenten IP-Videosystemen in Premiumqualität und setzt Standards bei innovativen Kameratechnologien und dezentralen Sicherheitslösungen mit höchster Cybersicherheit."

Chart mit freundlicher Genehmigung von deutsche-boerse.com  

Selbstdarstellung auf der Secunet-Homepage:
"Bei secunet konzentrieren sich mehr als 500 Experten auf Themen wie Kryptographie (SINA), E-Government, Business Security und Automotive Security ( … )"

Chart mit freundlicher Genehmigung von deutsche-boerse.com  

Selbstdarstellung auf der Rheinmetall-Homepage:
"Die Rheinmetall AG ist ein internationaler Technologiekonzern für Sicherheit und Mobilität."

Chart mit freundlicher Genehmigung von deutsche-boerse.com  

Es gibt sicher noch die eine oder andere Aktiengesellschaft, vor allem im IT-Bereich, die zwar sicherheitsaffine Produkte oder Dienstleistungen anbietet. Jedoch wird man sie thematisch nicht als zur Sicherheitsbranche zugehörig sehen, z. B. TeamViewer AG (Fernwartung und -steuerung von IT), CANCOM SE (IT-Sicherheit), Allgeier SE (IT-Security, IT-Infrastruktur), Basler AG (Industriekameras), InterCard Informationssysteme AG (Multifunktionskarten, u. a. auch Zutrittskontrolle).

Zu guter Letzt noch eine Anmerkung zu unserem Einstiegsfoto bzw. der Überschrift dieses Beitrages: Der Bulle steht bei Börsianern für eine Hausse (Bullenmarkt) mit steigenden, der Bär für eine Baisse (Bärenmarkt) mit fallenden Kursen.

Vielleicht haben Sie jetzt ebenfalls Lust bekommen, als Leser mit besonderen Kenntnissen der Sicherheitsbranche in Aktien zu investieren? Dann schauen Sie vorher in jedem Fall noch kurz bei der Verbraucherberatung auf www.verbraucherzentrale-bawue.de/renditerechner vorbei. Deren Rechner gibt Ihnen einen Anhaltspunkt dafür, ob es nicht vielleicht noch bessere Anlagenformen für Sie gibt.

 

Kontakt zum Redakteur:
bz@sicherheits-berater.de (Bernd Zimmermann)